Otmuchów ist eine der ältesten Städte Schlesiens – eine Kastellanei, die bereits in der päpstlichen Bulle Hadrians IV. von 1155 erwähnt wurde, als der Breslauer Bischof diese Gebiete als wichtigen Verwaltungs- und Verteidigungspunkt besaß. Diese Stadt, deren Name wahrscheinlich „Dunkler Wald“ oder „Im dunklen Wald“ bedeutet (von der frühesten deutschen Form Othemochow aus dem Jahr 1103), diente über Jahrhunderte als Verteidigungsfestung der Breslauer Bischöfe, als Ort kirchlicher Schätze und als Schauplatz von Kämpfen gegen Hussiten, Preußen und andere feindliche Kräfte. Die Geschichte von Otmuchów ist jedoch nicht nur mittelalterlicher Glanz – sie ist auch eine Geschichte der Tragödie des Zweiten Weltkriegs, als die Deutschen hier das Polenlager 86 errichteten – eines der Konzentrationslager, das ausschließlich für Polen bestimmt war, wo ganze Familien unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das schrecklichste Verbrechen ereignete sich am 13. April 1945, kurz vor der Befreiung der Stadt, als ein deutscher Arzt der NSDAP 26 psychisch kranke Patienten des St.-Joseph-Krankenhauses ermordete – wehrlose Menschen, die keine Chance zur Verteidigung hatten.
Geschichte – Von der mittelalterlichen Burg zur Bischofsresidenz
1155 – Erste Erwähnung – Bulle von Papst Hadrian IV.
Die Geschichte von Otmuchów beginnt offiziell im Jahr 1155, als Papst Hadrian IV. eine Bulle herausgab, die den Besitz der Breslauer Bischöfe bestätigte – und unter den genannten Kastellaneien erschien auch Otmuchów.
Was bedeutet „Kastellanei“?
Eine Kastellanei ist eine befestigte administrative und defensive Siedlung, an deren Spitze ein Kastellan stand – ein Beamter, der den Herrscher (in diesem Fall den Bischof) vertrat und die Macht über ein bestimmtes Gebiet ausübte.
Otmuchów war eine der ältesten dieser Burgen in Schlesien – was auf seine strategische Bedeutung bereits im Mittelalter hinweist.
1290 – Testament Heinrichs des Gerechten – Übergabe an die Bischöfe
Der langjährige Streit zwischen Herzog Heinrich IV. dem Gerechten und Bischof Thomas II. um den Besitz von Otmuchów endete im Jahr 1290, als der sterbende Herzog in seinem Testament Otmuchów den Breslauer Bischöfen vermachte.
Von diesem Zeitpunkt an wurde Otmuchów der offizielle Sitz der Fürstbischöfe von Breslau – die Hauptstadt ihrer geistlichen und weltlichen Herrschaft.
14. Jahrhundert – Ausbau unter Preczlaw von Pogarell
Die größte Entwicklung des Schlosses und der Burg fiel in die Zeit von Bischof Preczlaw von Pogarell (1341–1376).
Was hat Preczlaw getan?
Er baute das Schloss auf den Grundmauern seines Vorgängers wieder auf (das zerstört worden war)
W 1810 roku nastąpiła sekularyzacja – zamek przeszedł w ręce państwa pruskiego.
Nowi właściciele nie dbali o zabytek – zamienili go na sąd, więzienie i mieszkania.
XX Wiek – Ruina i Restauracja
Przez cały XX wiek zamek popadał w ruinę.
Dopiero w latach 60. rozpoczęto prace konserwatorskie, które trwają do dziś.
Obecnie odrestaurowany zamek w Otmuchowie jest ważnym zabytkiem i atrakcją turystyczną.
&_strong:has(+br)]:pb-2″><strong>Er verband die Burgmauern mit den städtischen Befestigungsanlagen</strong> – wodurch ein integriertes Verteidigungssystem entstand.</p>
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<li class=“py-0 my-0 prose-p:pt-0 prose-p:mb-2 prose-p:my-0 [&>p]:pt-0 [&>p]:mb-2 [&>p]:my-0″>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″><strong>Er befestigte die bischöfliche Schatzkammer</strong>, die sich in der Burg befand.</p>
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<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Dank dieser Arbeiten wurde Ottmachau zu einer <strong>schwer einnehmbaren Festung</strong>.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1430 – Listreiche Eroberung durch die Hussiten</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Trotz der starken Befestigungen wurde Ottmachau <strong>1430 von den Hussiten</strong> (religiösen Revolutionären aus Böhmen) <strong>listig erobert</strong>.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Nach der Eroberung <strong>bauten sie die Burg selbst aus und befestigten sie</strong>, wodurch sie noch stärker wurde.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Dies war ein schmerzlicher Verlust für die Breslauer Bischöfe – sowohl in Bezug auf Prestige als auch auf Finanzen.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1484–1485 – Spätgotischer Ausbau</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Nach der Rückeroberung der Burg führte <strong>Bischof Johann IV. Roth</strong> eine umfassende Modernisierung im Stil der <strong>Spätgotik</strong> durch (1484–1485).</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Er legte Wert auf das <strong>Verteidigungssystem</strong> – indem er neue Türme, Barbakanen und Bastionen hinzufügte.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1585–1596 – Renaissance-Residenz</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Eine weitere Transformation erfolgte mit <strong>Bischof Andreas Jerin</strong>, der die mittelalterliche Burg in den Jahren <strong>1585–1596</strong> in eine <strong>Renaissance-Residenz</strong> verwandelte.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Es war nicht mehr nur eine Festung – es war ein eleganter Palast, der eines europäischen Magnaten würdig war.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1625–1665 – Barocke Umbauten</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Nach den Zerstörungen des <strong>Dreißigjährigen Krieges</strong> baute <strong>Karl Ferdinand Wasa</strong> die Burg wieder auf (1625–1665).</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Er führte <strong>barocke Elemente</strong> ein, darunter die berühmte <strong>“Pferdetreppe“</strong> – eine breite, sanfte Treppe, die es erleichterte, den kranken Bischof in einer Sänfte hinaufzutragen.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1706–1707 – Unteres Schloss</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″><strong>Bischof Ludwig Franz von Neuburg</strong> ließ einen <strong>neuen Wohntrakt</strong> und das <strong>untere Schloss</strong> im westlichen Teil der Anlage errichten (1706–1707).</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Ottmachau erreichte den Höhepunkt seiner Pracht.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1741 – Schlesischer Krieg und Zerstörung</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Die Katastrophe kam jedoch <strong>1741</strong> während des <strong>Schlesischen Krieges</strong>, als <strong>preußische Truppen</strong> den <strong>nördlichen und westlichen Teil der Burg angriffen und zerstörten</strong>.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Die Burg wurde <strong>teilweise wiederaufgebaut</strong>, erreichte aber <strong>nie wieder ihren früheren Glanz</strong>.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Die Bischöfe zogen aus der von Preußen übernommenen Stadt weg – Ottmachau verlor seine administrative Bedeutung.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>1810 – Säkularisation</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Im Jahr <strong>1810</strong> erfolgte die <strong>Säkularisation</strong> – die Burg ging in den Besitz des preußischen Staates über.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Die neuen Besitzer kümmerten sich nicht um das Denkmal – sie verwandelten es in ein <strong>Gericht, ein Gefängnis und Wohnungen</strong>.</p><h2 class=“mb-2 mt-4 font-display font-semimedium text-base first:mt-0″>20. Jahrhundert – Ruine und Restaurierung</h2>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Im Laufe des 20. Jahrhunderts verfiel die Burg.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Erst <strong>in den 1960er Jahren begannen die Restaurierungsarbeiten</strong>, die bis heute andauern.</p>
<p class=“my-2 [&+p]:mt-4 [&_strong:has(+br)]:inline-block [&_strong:has(+br)]:pb-2″>Heute ist die restaurierte Burg in Ottmachau ein <strong>wichtiges Denkmal und eine Touristenattraktion</strong>.</p>Im Jahr 1810 gingen infolge der Säkularisation (Übernahme von Kirchengütern durch den Staat) die Stadt und die Burg in den Besitz des preußischen Staates über.
Die Burg wurde Eigentum der Hohenzollern (der preußischen Königsfamilie), die sie dann für staatliche Verdienste an andere Adelsfamilien verschenkten.
Zweiter Weltkrieg – Polenlager 86 und Morde an Kranken
Das tragischste Kapitel in der Geschichte von Ottmachau wurde jedoch während des Zweiten Weltkriegs geschrieben, als die Deutschen hier das Polenlager 86 errichteten – eines der Konzentrationslager, das ausschließlich für Polen bestimmt war.
Polenlager – „Lager für Polen“
Polenlager (auf Deutsch: „Lager für Polen“) war ein System von speziellen Konzentrationslagern, die von Nazi-Deutschland ausschließlich für die polnische Bevölkerung errichtet wurden.
Zweck der Lager:
Biologische Vernichtung des polnischen Volkes – durch Terror, Misshandlung, Zwangsarbeit
Isolierung der polnischen Intelligenz – Lehrer, Handwerker, Landwirte, die als „politisch unsicher“ galten
Erzwingung der Germanisierung – Unterzeichnung der Volksliste (Liste der deutschen Nationalität) und Zustimmung zum Militärdienst in der Wehrmacht
Polenlager 86 in Ottmachau
Das Polenlager 86 befand sich im Landkreis Grottkau im Regierungsbezirk Oppeln.
Lage:
Holzbaracken – 150 Meter vom Bahnhof entfernt
Stacheldrahtzaun – um die Flucht zu verhindern
Beginn der Tätigkeit: Etwa August 1941
Bedingungen im Lager:
Ganze polnische Familien – zusammen mit Kindern, sogar Säuglingen – wurden unbefristet interniert
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Enteignung jeglichen Eigentums – Plünderung des gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens
Zwangsarbeit – Zwang zur Arbeit für alle, einschließlich Minderjährige
Politischer Terror – Misshandlung, Grausamkeiten, Prinzip der Kollektivverantwortung
Appelle zweimal täglich – um 6:00 Uhr morgens und 20:00 Uhr abends – alle mussten erscheinen, auch Säuglinge
Euthanasie – Tötung alter, kranker und gebrechlicher Menschen
Erschießen von Flüchtlingen – die Besatzung setzte Schusswaffen gegen Fluchtversuche ein
Anzahl der Opfer:
Die genaue Anzahl der Häftlinge und Opfer ist unbekannt, da die Deutschen die Dokumentation gegen Ende des Krieges vernichtet haben.
Vorsichtige Schätzungen sprechen von 20.000–30.000 Häftlingen in allen Polenlagern zusammen, und die Zahl der Opfer beträgt mehrere tausend Tote.
13. April 1945 – Mord an Patienten des St. Josef-Krankenhauses
Das schrecklichste Verbrechen in Otmuchów ereignete sich am 13. April 1945 – nur wenige Wochen vor Kriegsende.
Deutscher Arzt der NSDAP
Ein deutscher Arzt, Mitglied der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), ermordete 26 geisteskranke Patienten des St. Josef-Krankenhauses in Otmuchów.
Kontext – Euthanasieprogramm T4
Dieser Mord war Teil des umfassenderen Euthanasieprogramms T4 – der nationalsozialistischen Aktion zur Ausrottung geistig und körperlich behinderter Menschen.
Nationalsozialistische Ideologie:
Die nationalsozialistische Ideologie bezeichnete psychisch Kranke als „unfähig zur gesellschaftlichen Teilhabe und zu einem lebensunwerten Leben“.
Polen wurden als „Untermenschen“ behandelt, Juden standen noch tiefer, aber psychisch Kranke wurden ganz unten in dieser perversen Hierarchie eingeordnet.
Mordmethoden
Die Deutschen wandten verschiedene Methoden zur Tötung psychisch Kranker an:
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Schüsse in den Hinterkopf
Holzknüppel
Gas (in speziellen Gaskammern)
Verhungern lassen – Reduzierung der Lebensmittelrationen auf ein Minimum
„Ausflüge“ – behinderte Kinder wurden in Wälder gebracht und wie Wild gejagt und erschossen
Das Ausmaß der Verbrechen in Polen
Insgesamt ermordeten die Täter (Deutsche und Österreicher) etwa 20.000 Bürger der Zweiten Polnischen Republik, die an psychischen Erkrankungen litten.
13.000 wurden in großen psychiatrischen Einrichtungen getötet
Der Rest waren Insassen von Sozialpflegeeinrichtungen, behinderte Kinder aus kirchlichen Betreuungseinrichtungen
„Übungsplatz für den Holocaust“
Die Morde an psychisch Kranken waren „ein Übungsplatz für den Holocaust“ – die Deutschen entwickelten und perfektionierten die Methoden des Massenmordes während dieser Verbrechen.
Die ersten Opfer der Vergasung durch die Deutschen waren polnische psychisch Kranke – dieselben Methoden wurden später während des Holocaust gegen Juden angewendet.
8. Mai 1945 – Befreiung
Am 8. Mai 1945 wurde Ottmachau von Einheiten der 286. Infanteriedivision des 115. Infanteriekorps der 59. Armee der 1. Ukrainischen Front (Rote Armee) befreit.
Denkmäler
1970: Enthüllung eines Denkmals zu Ehren der gefallenen sowjetischen Soldaten in der Parkstraße
1973: Errichtung eines Denkmals für Oberst Orłow in der Krakauer Straße – Kommandeur des VI. mechanisierten Korps der 4. Panzerarmee der Garde, Held der Sowjetunion, der am 18. März 1945 in der Nähe der Stadt fiel
Das heutige Otmuchów – Stadt der Erinnerung
Heute ist Otmuchów eine ruhige Stadt, die versucht, sich an ihre schwierige Geschichte zu erinnern, aber auch die Schönheit ihres Erbes zu zeigen.
Schloss
Otmuchów
Das Schloss thront weiterhin über der Stadt – ein Denkmal von nationaler Bedeutung, eingetragen in das Denkmalregister.
Man kann es besichtigen, die Architektur bewundern und verstehen, wie das Leben der Breslauer Bischöfe über die Jahrhunderte aussah.
Stadtwappen
Das Wappen von Otmuchów – verliehen im Jahr 1347 – zeigt ein offenes Stadttor in weißer Farbe auf blauem Grund.
Seit dem 14. Jahrhundert war dieses Tor auf dem verwendeten Siegel – ein Symbol der offenen, aber auch verteidigten Stadt.
Denkmal der Frau des Henkers
Eine der Besonderheiten der Stadt ist das einzigartige Denkmal der Frau des Henkers – versteckt gelegen.
Der Legende nach weissagen sich junge Mädchen in der Johannisnacht, die sich mit Magie beschäftigen, an ihm, wie ihr zukünftiger Ehemann sein wird.



