POLANICA ZDRÓJ
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Polanica Zdrój (Altheide-Bad) – Die Bärenjungen-Legende und die Kurortperle des Glatzer Kessels.

Bad Polanica ist eines der beliebtesten Heilbäder des gesamten Glatzer Kessels – ein malerisches Städtchen im Herzen Niederschlesiens, dessen Geschichte bis ins Jahr 1347 zurückreicht und dessen Entstehungslegende mit dem außergewöhnlichen Abenteuer eines Försters und eines magischen Bären verbunden ist. Es ist ein Ort, wo Mineralwasser – insbesondere das berühmte Wielka Pieniawa, das aus einer Tiefe von über 34 Metern unter der Erde gefördert wird – seit dem 19. Jahrhundert bis heute Körper und Seele der Kurgäste heilt. Die Geschichte der Stadt ist eine Geschichte der Transformation – von einem mittelalterlichen Dorf, umgeben von dichten Wäldern (der Name „Heyde“ bedeutete einst „Wildnis“ oder „Lichtung“), über eine touristische Blütezeit im 19. Jahrhundert unter preußischer Herrschaft bis hin zum modernen polnischen Kurort. Heute ist Bad Polanica ein Ort, wo jahrhundertealte Rhododendren vor dem Abholzen schützen, der Kurpark nach dem Glanz vergangener Zeiten duftet und das Denkmal des Bad Polanica-Bärchens – das an die größte Ausdehnung des skandinavischen Inlandeises erinnert – an die eiszeitliche Vergangenheit dieses Gebiets erinnert.

Geschichte – Von der mittelalterlichen Wildnis zum Weltklasse-Heilbad

1347 – Erste Erwähnung – „zu Heyde“

Die Geschichte von Bad Polanica reicht bis ins tiefe Mittelalter zurück. Im Jahr 1347 wird in den Glatzer Chroniken der Adelsgerichte erstmals eine Siedlung namens „zu Heyde“ erwähnt – was „bei der Wildnis“ oder „bei der Lichtung“ bedeutet.

Diese erste Erwähnung betraf Güter, die der Familie von Glaubitz (auch bekannt als von Glubos) gehörten – einem Adel, der auf der Burg Szczerba residierte.

Die eigentliche Siedlung Polanica wurde wahrscheinlich von Nikolaus von Glubos geleitet, und seine Brüder Otto tauchten 1353 in den Dokumenten auf.

Mittelalter – Wildnis, Jesuiten, Schweden

Jahrhundertelang blieb Polanica ein kleines, unauffälliges Dorf, umgeben von dichten Wäldern. Besucher schöpften aus den hier liegenden Quellen, aber es fehlte eine systematische Bewirtschaftung.

Im Jahr 1557 vermerkte der Chronist Georgius Aelurius in seinem Werk „Glaciographia“ (Beschreibung des Glatzer Landes), dass es in der Umgebung des Dorfes Mineralquellen gibt. Dies war die erste wissenschaftliche Nachricht über die gesundheitlichen Ressourcen des Gebiets.

Die eigentliche Entwicklung wurde jedoch von den Jesuiten gebracht, die das Gebiet um die Quellen bewirtschafteten. Diese Periode der Entwicklung wurde jedoch brutal unterbrochen – 1645 zerstörten schwedische Truppen unter Oberst Douglas Polanica während des Dreißigjährigen Krieges.

1556 – Gründung von Neu Polanica

Um das Jahr 1556 entstand am nördlichen Rand des Dorfes Neu Polanica (Neuheide, heute Polanica Górna).

Infolgedessen begann man, die eigentliche Polanica als Alt (Altheide, Alt-Heide, Alt-Haide) zu bezeichnen.

Die Teilung in Alt- und Neu Polanica hielt sich über Jahrhunderte – und unterschied sich geografisch und administrativ.

19. Jahrhundert – Blütezeit des Heilbads

Alles änderte sich dramatisch im 19. Jahrhundert, als sich in ganz Europa das Phänomen des Kurort-Tourismus ausbreitete.

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1873 – Wenzel Hoffmann und die Geburt des modernen Kurorts:

Im Jahr 1873 erwarb der Breslauer Industrielle Wenzel Hoffmann die Quelle zusammen mit dem umliegenden Gelände. Dies war ein entscheidender Moment.

Was hat Hoffmann gemacht?

  • Er baute einen weitläufigen Kurpark – mit Spazierwegen, Blumenbeeten und Holzpavillons.

  • Er baute eine neue Mineralwasser-Trinkhalle – einen eleganten Komplex für Kurgäste.

  • Er baute ein Kurhaus – ein Kurhotel mit Komfort für die Gäste.

  • Er baute ein Theater – zur Unterhaltung der Kurgäste am Abend.

Das Heilbad begann, wohlhabende Gäste aus ganz Europa anzuziehen.

1890 – Eisenbahnlinie:

Ein Schlüsselelement der Transformation kam im Jahr 1890, als die Eisenbahnlinie von Glatz (Kłodzko) fertiggestellt wurde.

Warum war das wichtig? Wegen des Transports! Vor der Eisenbahn dauerte die Anreise nach Polanica Tage – mit der Postkutsche, zu Pferd. Nach der Eisenbahn – ein paar Stunden von Breslau!

Die Zahl der Kurgäste stieg dramatisch an.

1904 – Georg Haase und ein Weltklasse-Heilbad:

Im Jahr 1904 erwarb eine Gesellschaft unter der Leitung des Breslauer Handelsrats Georg Haase das Heilbadgelände.

Haase war ein Visionär – er beschloss, Polanica zum modernsten Heilbad Schlesiens zu machen.

1906 – Eröffnung des luxuriösen Kurhauses:

Im Jahr 1906 eröffnete Haase das neue Kurhaus (heute Sanatorium Wielka Pieniawa) – ein Komplex mit 130 Zimmern und einer modernen Naturheilanstalt.

Es galt als das modernste Heilbad in ganz Schlesien.

1909–1911 – Expansion:

  • 1909: Fertigstellung des kardiologischen Sanatoriums.

  • 1911: Eröffnung eines Komplexes mit Trinkhalle, Wandel- und Konzerthalle, Café

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Polanica Zdrój wurde zu einem europäischen Kurort von Weltruhm.​

Erster Weltkrieg – Unterbrechung der Entwicklung

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Heilbad geschlossen, und das Kurhaus wurde in ein Lazarett für verwundete deutsche Soldaten umgewandelt.​

Doch schon nach einem Jahr wurde der Betrieb wieder aufgenommen – die Nachfrage nach Kurbetrieb war so groß, dass selbst der Krieg sie nicht aufhalten konnte.​

1925 – Offizielle Namensänderung

Im Jahr 1925 wurde der Name formell von „Altheide“ in „Altheide-Bad“ geändert.​

Wissenswert: „Bad“ bedeutet auf Deutsch „Zdrój“ – aber im Fall von Polanica wurde dieses Wort am Ende des Namens platziert, was der einzige Fall im deutschsprachigen Raum war!.​

Normalerweise sagte man „Bad Altheide“, aber dies war die einzige Stadt, in der „Bad“ am Ende statt am Anfang stand.​


Die Legende vom Bären – Förster und die Magie der Wasser

Polanica Zdrój wäre ohne seine Legende nicht einzigartig – die Geschichte von einem außergewöhnlichen Bären und einem Förster, die die Ursprünge der Mineralquellen erklärt.​

Die legendäre Geschichte

Vor langer, langer Zeit, als dieses Gebiet von dichten Wäldern bewachsen war, brach ein Förster (Waldhüter, Waldpfleger) an einem heißen Tag zu einer Gebietsinspektion auf.​

Nach einem langen Marsch verspürte er große Müdigkeit und Durst. Er fand eine kleine Quelle und beugte sich vor, um zu trinken.​

Aber in diesem Moment stürzte sich ein mächtiger Bär auf die Quelle!​

Kampf. Der Förster war stark – nach einem kurzen Kampf warf er das Tier auf den Rücken. Er wollte ihm ein Messer ins Herz stoßen.​

Da spricht der Bär (in der Legende sprechen Tiere):​

„Töte mich nicht, und ich zeige dir ein viel schmackhafteres Wasser!“

Der Förster, überrascht, aber interessiert, befreite den Bären.​

Das Tier führte ihn zu einer Lichtung, wo aus einer Quelle Wasser mit einem seltsamen Geruch und Geschmack sprudelte.​

Der Jüngling trank von diesem Wasser – und bald verschwand seine Müdigkeit.​

Der Bär verschwand nach Erfüllung seiner Mission in den Wäldern.​

Verbreitung des Wissens

Die Nachricht von dem außergewöhnlichen Wasser verbreitete sich schnell in der Umgebung.​

Die Leute begannen aus fernen Gegenden zu kommen, um die heilende Kraft dieses Wassers zu erfahren.​

Rund um die Lichtung begann eine Siedlung zu entstehen, die nach Jahren Polanica genannt wurde – abgeleitet vom Wort „Polana“ (Lichtung).

Wissenschaftliche Realität – Eisbär aus dem Jahr 1910

Aber vergiss nicht – die Legende hat ihre wissenschaftliche Erklärung!

Im Jahr 1910 führten deutsche Glaziologen (Wissenschaftler, die Inlandseis untersuchen) gründliche geologische Untersuchungen durch.

Sie kamen zu dem Schluss, dass der skandinavische Eispanzer genau in der Höhe des heutigen Polanica-Zdroju stehen geblieben ist.

Um an diese Grenze der letzten Eiszeit zu erinnern, beschlossen deutsche Wissenschaftler und die lokale Gemeinde, eine Betonstatue eines Eisbären im Park aufzustellen.

Er wurde auf einem Fundament aus Vulkantuff platziert.

Der Eisbär steht dort seit 1910 – seit über 110 Jahren – und weist auf den Punkt hin, den die skandinavischen Gletscher vor anderthalb Millionen Jahren erreicht haben!

So haben sich Legende und Wissenschaft vereint!


Mineralwässer von Polanica – Heilende Quellen

Das Herz des Kurortes sind die Mineralwässer – natürliche Quellen, die aus der Erde sprudeln und reich an heilenden Mineralien sind.

Wielka Pieniawa – Die berühmteste Quelle

Wielka Pieniawa ist das älteste und bekannteste Wasser aus Polanica.

Geschichte:

  • 1904 Jahr: Erste Bohrung auf der Suche nach neuen Mineralquellen

  • Mai 1904 Jahr: Erfolg! Ein Loch in einer Sandsteinverwerfung wurde gebohrt – eine neue Quelle entstand

  • Ursprünglicher Name: „Gertruda“, aber nach einem Jahr in „Wielka Pieniawa“ umbenannt

Charakteristik des Wassers:

  • Förderungstiefe: Über 34 Meter unter der Erde

  • Eigenschaften: Das Wasser fließt artesisch – es tritt selbstständig, ohne Pumpen, aufgrund des natürlichen Drucks aus.**

  • Mineralkomponenten: Reich an Magnesium, Kalzium, Eisen, Natrium, Chlor, Silizium, Lithium, Kupfer und Kalium

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TagesproduktionÜber eine Million Liter pro Tag – eine unglaubliche Menge!​

Pieniawa Józefa (Staropolanka)

Dies ist die zweite wichtige Quelle, die bei ihrer Entdeckung im November 1904 „Karolina“ genannt wurde – sehr ergiebig.​

  • Andere Namen: „Pieniawa Józefa“ (50er Jahre), „Staropolanka“ (heute)​

  • Tiefe: Zwei Fassungen – eine in 88,9 Metern, die andere in 43 Metern​

Heilanzeigen

Die Wässer von Polanica heilen ein breites Spektrum an Erkrankungen:

  • Erkrankungen des Verdauungssystems: Dickdarmstörungen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Übersäuerung, Diabetesprobleme​

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Herz- und Gefäßprobleme​

  • Erkrankungen des Harnsystems: Nierensteine​

  • Alkoholintoxikation: Die Wässer unterstützen die Entgiftung​

Mineralwasser-Trinkhalle – Kurortkomplex

Die Mineralwasser-Trinkhalle „Wielka Pieniawa“ ist das wichtigste Kurzentrum.​

Infrastruktur:

  • 36 Badekabinen: Für die Behandlung​

  • 60 Sanatoriumszimmer: Für Kurgäste​

  • Wandelhalle: Verziert, elegant – ideal für Spaziergänge zwischen den Behandlungen​

  • Restaurants, Cafés, Konditoreien: Für gastronomische Genüsse​

  • Lesesaal: Für intellektuelle Entspannung​


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Kurpark – Oase der Ruhe und Bewegung

Der Kurpark ist ein historischer Garten, die wichtigste Touristenattraktion und ein Ort der Entspannung.

Elemente des Parks

  • Jahrhundertealte Rhododendren: Stehen unter strengem Schutz – einige sind über 100 Jahre alt

  • Schachpark: Mit Figuren von 140 cm Höhe – man kann Schach spielen!

  • Eisbär: Denkmal des Inlandeises – die Hauptattraktion

  • Denkmal „Kleine Bären“: Neuere Attraktion mit der Darstellung eines Bären, der Wasser trinkt

  • Pfade und Alleen: Wunderschön gepflegte Spazierwege

Allee der Basketballstars

Auf der Promenade an der Bystrzyca Dusznicka befindet sich die Allee der Basketballstars mit Handabdrücken berühmter Basketballspieler.

Sie ist eine Touristenattraktion, aber auch ein Zeugnis für Polanica als Zentrum für Sport und Tourismus.


Historische Kuriositäten

Maria Dąbrowska – Polnische Schriftstellerin

Unter den Kurgästen war Maria Dąbrowska, eine berühmte polnische Schriftstellerin, Autorin von „Nächte und Tage“.

Mieczysław Fogg – Sänger

Mieczysław Fogg, ein berühmter polnischer Tenor, war ebenfalls in Polanica-Zdrój zu Gast.

Irena Santor – Künstlerin

Irena Santor, eine berühmte polnische Sängerin, lernte am Gymnasium für Glasverzierung und später an der Glasfachschule in Polanica-Zdrój.

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O autorze

Zespół GOŁĄBEK

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